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Pressemitteilung

02. Juli 2009 - Stuttgart

„Ich möchte betroffenen Kindern helfen, weil ich Ähnliches erlebt habe"

Ralf Mauelshagen (re.) von der KinderSuchthilfe traf den Profifußballer Cacau (li.) vom VfB Stuttgart, gemeinsam mit dessen Eventmanager Dietmar Ness (profipartner24) für ein Interview.

Cacau, wie bist du zu deinem Namen gekommen?

Der Name entstand bei meiner ersten Geburtstagsfeier. Als „Hoch soll er leben" gesungen wurde, sang ich immer wieder „Cacaudemir" statt „Claudemir soll hochleben". Von diesem Tage an nannte mich meine Mutter liebevoll Cacau.

Nach einem Tor von dir zeigst du immer mit beiden Zeigefingern in den Himmel. Was hat das zu bedeuten?

Mit dieser Geste möchte ich meine Dankbarkeit gegenüber Gott ausdrücken. Er hat mir so viel geschenkt und dafür bin ich ihm sehr dankbar.

Betest du vor dem Spiel um einen Sieg oder um ein Tor von dir?

Zunächst einmal bete ich natürlich vor jedem Spiel. Es geht mir dabei aber nicht darum, dass ich um einen Sieg oder ein Tor bete. Auch in diesem Gebet danke ich Gott zunächst für mein Leben und für meine wunderbare Familie, hinzu kommt dass ich ihn um Kraft, Weisheit und Bewahrung für das Spiel bitte.

Wie gehst du damit um, prominent zu sein? Sicher begegnen dir viele Menschen nicht natürlich.

Als Fußballprofi und jetzt auch als Nationalspieler ist die Prominenz etwas normales. Viele Menschen träumen davon, ein Fußballprofi zu sein. Mir ging es als Kind genauso. Für mich persönlich hat sich aber nichts verändert. Ich bin immer noch ein ganz normaler Mensch und genauso möchte ich den Fans und den anderen vielen Menschen innerhalb des Sports begegnen.

Gab es eine Begegnung mit einem Fan oder mehreren Fans, die dir besonders im Gedächtnis geblieben ist? Wenn ja, warum?

Vor einigen Wochen hatte ich einen Termin bei einer Organisation, in der ganztägig geistig behinderte Menschen betreut werden. Dort hatte ich mich für eine Autogrammstunde zur Verfügung gestellt. Es war wunderbar zu erleben, welche Freude ich damit den Bewohnern machte. Das Strahlen in ihren Gesichtern habe ich bis heute noch immer wieder vor Augen. Es hat mich sehr glücklich gemacht, diese Freude zu erleben.

Du bekommst sicher viele Anfragen bezüglich einer Zusammenarbeit. Warum hast du dich für die Stiftung Deutsche KinderSuchthilfe entschieden?

Es ist für mich wichtig, durch meine Bekanntheit einen Teil dazu beizutragen, betroffenen Kindern zu helfen, weil ich als Kind Ähnliches in Brasilien erlebt habe. Mein Vater war Alkoholiker und hatte viele Probleme. Es war für uns oft sehr schwierig Freunde zu finden. Zu Geburtstagspartys waren wir oft nicht eingeladen. Und jetzt haben wir die Probleme sozusagen besiegt und stehen darüber. Heute geht es meinem Vater wieder gut und wir haben auch wieder Kontakt zueinander. Als ich dann von der Stiftung hörte, dachte ich, ja, das ist eine Sache, die ich unterstützen will. Weil die Kinder, die das Gleiche erlebt haben wie ich, auch wissen sollten, dass es jemand geschafft hat. Diesen Kindern Hoffnung und Wertschätzung zu geben, ist sehr wichtig.

Was schätzt du an der Arbeit der Stiftung ganz besonders?

Für mich ist es wichtig zu wissen, dass die Stiftung auf die Menschen liebevoll und kompetent zugeht. Auch natürlich, dass Lösungen für die einzelnen Situationen gesucht und gefunden werden und das alles unabhängig von der Herkunft des jungen Menschen. Vor allem schätze ich auch, dass die Vermittlung der freimachenden Liebe von Jesus Christus einen wichtigen Bestandteil der Arbeit ausmacht.

Was wünschst du der Stiftung?

Es würde mich sehr freuen, wenn viele Menschen mit einer Spende helfen würden, die wichtige Arbeit der Stiftung zu unterstützen. Es gibt viel zu tun, um der Arbeit in diesem Bereich gerecht werden zu können. Es wird ein goßes finanzielles Budget benötigt, damit die Stiftung den Herausforderungen weitreichend und professionell begegnen kann.

Du bist seit Februar 2009 deutscher Staatsbürger. Was gefällt dir an Deutschland? Worin bist du schon typisch deutsch?

Mir gefällt die Planung und Organisation. Darin sind wir „Deutsche" natürlich Weltmeister. Das soziale Netz, das Krankenwesen und auch die gesamte Ordnung in Deutschland ist sehr beeindruckend. Außerdem liebe ich Pünktlichkeit und Professionalität.

Vermisst du deine Heimat Brasilien und wenn ja, was vermisst du ganz besonders?

Zunächst vermisse ich natürlich meine Eltern und Geschwister, die in Brasilien leben. Und im Winter vermisse ich die angenehmen Temperaturen und das Meer.

Wer waren oder sind deine fußballerischen Vorbilder?

Romario war immer mein Vorbild, allerdings nur in Bezug auf seine Qualitäten als Stürmer.

Hast du auch so etwas wie Freizeit? Was machst du am liebsten, wenn du gerade kein Fußball spielst?

Natürlich habe ich auch Freizeit. Die verbringe ich am liebsten mit meiner Frau Tamara und meinen Kindern Lidia und Levi. Außerdem spiele ich gerne Tischtennis und Golf oder zu Hause auf meiner Gitarre.

Was hörst du für Musik?

Ich höre sehr gern deutsche oder brasilianische Worship-Musik.

Hast du einen Lieblingsfilm oder ein Lieblingsbuch? Was gefällt dir daran so gut?

Mein absolutes Lieblingsbuch ist die Bibel. Darin enthalten ist für mich der schönste Liebesbeweis der Menschheitsgeschichte. Generell schaue ich auch sehr gerne Filme, die sich mit dem Inhalt der Bibel befassen.

Was magst du an Jesus ganz besonders?

Dass er mich liebt, mit allen meinen Schwächen.

Gibt es eine Stelle in der Bibel, die dich ganz besonders beeindruckt hat?

Es gibt da sehr viele Stellen. Für mich ist dabei das Wichtigste auf Jesus zu schauen, denn er ist der Schlüssel zu Gott.

Hast du einen Lieblingsbibelvers?

Die Bibel sagt: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab. Alle die an ihn glauben, werden nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben." Johannes 3,16.

Wir wünschen dir noch viele tolle Jahre, aber was möchtest du nach deiner aktiven Zeit tun?

Es gibt da einige Ideen, aber dafür bin ich zu sehr Brasilianer, um das jetzt schon fest geplant zu haben.

Hast du noch etwas auf dem Herzen, das du an dieser Stelle unbedingt noch loswerden willst?

Ja, ich möchte die Leser noch einmal aufrufen, die Stiftung zu unterstützen, damit genügend Geld für diese wichtige Arbeit mit den Kindern vorhanden ist. Gott segne sie dafür.

Vielen Dank für das Interview.