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Pressemitteilung

16. Februar 2011 - Wuppertal

Für starken Selbstwert - gegen Sucht

Das Kuratorium der Stiftung Deutsche KinderSuchthilfe hat auf seiner Sitzung am 5. Februar 2011 beschlossen, folgende Projekte und Arbeiten im Jahr 2011 mit insgesamt 40.000 Euro zu fördern: 

1. Streetworkprojekt Zwickau: 5.000 Euro

Die Arbeit geschieht in fünf Stadtteilen und richtet sich an Jugendliche, deren Lebensraum sich durch soziale und pädagogische Arbeit verbessern lässt, die aber von bestehenden Einrichtungen der Jugend- und Sozialarbeit nur ungenügend erreicht werden bzw. von diesen nicht erreicht werden wollen ... Jugendliche, die aufgrund gesellschaftlicher und persönlicher Entwicklungen benachteiligt, kriminalisiert und stigmatisiert werden, sich unerwünscht und allein gelassen fühlen. Die Straßensozialarbeit wendet sich insbesondere aggressive und verhaltensauffällige, suchtgefährdete oder straffällig gewordene junge Menschen. Das Projekt kooperiert mit den unmittelbar vorhandenen Jugendhilfeeinrichtungen und allen hierfür „signifikanten Bezugspersonen und -gruppen“. Über die Beratung und Begleitung von Hilfesuchenden hinaus bringt das Projekt in den zuständigen Stadtteilen bereits seine Kompetenzen in Stadtteilentwicklung und -sanierung ein und arbeitet an der Öffnung, Umstrukturierung und Weiterentwicklung von Schulen, um deren „Personal“ zu qualifizieren und in die sozialen Strukturen der Stadtteile zu integrieren. Darüber hinaus werden Haupt- und Ehrenamtliche geschult und die Bevölkerung wird durch Informationsveranstaltungen für die Problematik der Jugendlichen sensibilisiert.

2. Jugendbegegnungsstätte Lößnitz: 5.000 Euro

Offene Jugendarbeit als Angebot für Kinder und Jugendliche, die aus der Stadt und Umgebung von Lößnitz kommen. Unter dem Leitspruch „Offen für alle aber nicht für alles“ wird Raum für Begegnung, gemeinsames Spielen, Sport und auch ernsthafte Gespräche geboten. Kinder und Heranwachsende erhalten Anstöße, damit sie etwas mit sich anzufangen wissen. Fitnesstraining, Tischtennis, Fußball in der Sporthalle oder ausgefallene Aktivitäten wie Geocaching oder Crossbike-Parcours vertreiben die Null-Bock-Stimmung und beugen der Langeweile vor. In der "Oase" gestalten Kinder und Jugendliche ihre Freizeit miteinander, bekommen Impulse für eine sinnvolle Lebensorientierung und bei Bedarf auch Beratung und Einzelfallhilfe. Mit dem integrierten Streetworkprojekt werden auch Jugendliche erreicht, die (noch) keinen Bezug zur „Oase“ haben, seit 2009 mit einem kleinen Schülercafé und „Mobile Jugendarbeit in der Schule“ inzwischen auch regelmäßig an der örtlichen Mittelschule. Es werden in wachsendem Umfang Vernetzungen mit allen örtlichen Bildungsträgern aufgebaut, um gezielte Hilfe besser zu koordinieren und Informationen besser weiterzugeben.  

3. Streetworkprojekt Lößnitz: 3.000 Euro

In Kooperation mit der Jugendbegegnungsstätte Lößnitz. Konzeptionell identisch mit dem Streetworkprojekt Zwickau (siehe 1.) 

4. Streetworkprojekt Zwönitz: 3.000 Euro

Die Straßensozialarbeit richtet sich insbesondere an Jugendliche und junge Erwachsene, deren überwiegender Lebensraum die Straße ist. Sie richtet sich somit an verhaltensauffällige oder aggressive, suchtgefährdete oder straffällig gewordene junge Menschen. Aus der Straßensozialarbeit heraus - verbunden mit der Wahrnehmung der Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen erwachsen unterschiedliche Projekte und konkrete Einzelfallhilfe. Das Kontaktbüro hat sich sowohl zur Anlaufstelle entwickelt, dient aber ebenfalls als Rückzugsort für Beratungen. Zum Arbeitsschwerpunkt des Streetworkprojektes hat sich die Beratungs- und Einzelfallhilfe entwickelt. Sowohl Jugendliche und junge Erwachsenen als auch deren Bezugspersonen wenden sich mit unterschiedlichsten Problem- und Krisenkonstellationen beständig und weiter zunehmend an das Streetworkprojekt. Die Anzahl an Hilfesuchenden steigt stetig an. Dabei ist auffallend, dass sich die Problemlagen zunehmend krisenhafter und im Kern wesentlich komplexer darstellen. Aufgrund dieses Bedarfes ist die Projekt- und sozialpädagogische Gruppenarbeit personell kaum umsetzbar. Die offene Arbeitsstruktur des Projektes ermöglicht schnell, flexibel und unbürokratisch dem Einzelnen zu helfen. Wichtig hierbei ist das breite Netz an Kontakten und Kooperationen.

5. Kinder- und Jugendvilla Xtra Dry: 5.000 Euro

Das Xtra Dry betreibt suchtpräventive und integrative Kinder- und Jugendarbeit in für die Zielgruppe speziell eingerichteten Räumen. In der Jugendbegegnungsstätte wird Jugendarbeit in vielen Bereichen von den Jugendlichen selbst gestaltet. Die Mitarbeiter verstehen sich dabei als Berater und Begleiter auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Das Xtra Dry bietet neben einem Café, indem Jugendliche ermutigt werden, ihre Freizeit ohne Alkohol- und Drogenkonsum zu gestalten, weitere Angebote wie z. B. Kinderstunde, Hausaufgabenhilfe, Projektwochen und Elternfrühstück inkl. Vorträgen zu Suchtprävention und Erziehungsfragen an. Die Ziele der Arbeit liegen in der Stärkung des Selbstwertgefühls durch sinnvolle Freizeitangebote, in der Vermittlung sozialer Kompetenzen und christlicher Werte, der Hilfestellung zur Gestaltung eines zielorientierten, sucht- und gewaltfreien Lebens und in der Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Suchtproblematik unter Kindern und Jugendlichen. 

6. blu:prevent: 2.500 Euro

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinder- und Jugendvilla Xtra Dry haben ein spannendes, lehrreiches und nachhaltiges Schulprogramm zur Alkohol- und Drogenprävention entwickelt, welches seit 2004 an bundesweiten Schulen erfolgreich durchgeführt wird. In Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen für Alkoholkranke und deren Angehörige vermitteln die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in jeweils drei bis vier Schulstunden den Schülerinnen und Schülern die Gefahren die durch Alkohol- und Drogenkonsum entstehen. Durch (Internet-) Seelsorge gibt es nachhaltige Kontakte. 

7. spotlight - PR-Projekt mit Cacau: 5.000 Euro

Die Agentur Profipartner 24 fördert die öffentliche Wahrnehmung von Kindern aus suchtbetroffenen Familien durch den von ihr betreuten Fußballprofi Cacau. Dies geschieht u.a. durch Kommunikation auf Autogrammkarten, Aufsteller und Infowänden, in Interviews und auf der Website von Cacau. Cacau weist auf seinen Veranstaltungen auf die Situation und Hilfsmöglichkeiten hin, bittet um Unterstützung und verteilt Informationsmaterial. Ebenso versucht die Agentur „das Thema“ permanent in den öffentlichen Medien zu platzieren. 

8. Blaukreuz-Bundesjugendtreffen: 1.500 Euro

Das Bundesjugendtreffen ist eine Jugendfreizeit für Jugendliche aus Blaukreuz-Jugendgruppen, den Blaukreuz-Jugendeinrichtungen, Angehörigen von Suchtmittelabhängigen und Schülern, die über Präventionsprojekte in Schulen Kontakt zum Blauen Kreuz gefunden haben. Der Schwerpunkt der Freizeit liegt bei der Kontaktpflege und dem Austausch der Teilnehmenden und in der Impulssetzung für das persönliche Leben. 

9. Familie im Blick / Coburg: 4.000 Euro

Aufgrund der Heterogenität der Auswirkungen einer elterlichen Suchtproblematik und der möglichen Reaktionen der betroffenen Kinder müssen auch die Hilfsangebote dementsprechend möglichst vielfältig und breitgefächert sein. So gibt es individuelle Angebote wie Hausaufgabenbetreuung und Förderung motorischer Fähigkeiten, eine wöchentliche Kindergruppe und eine Jugendgruppe. Mit diesen Angeboten werden Kinder und Jugendliche dabei unterstützt ein eigenes Wert- und Normempfinden aufzubauen, selbständig zu werden und Zugang zu den eigenen Gefühlen zu erlangen bzw. sich mit diesen auseinanderzusetzen. Ebenso gibt es bedarfsgerechte Angebote für Eltern, wie Elternberatung und Familiennachmittage. Des Weiteren werden Präventionsseminare für verschiedene Schulklassen und Kindergärten durchgeführt, ebenso Schulungen von Erziehern und Lehrern. Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Cocktailbar „Wunderbar“, ein Projekt von Jugendlichen für Jugendliche. Es erfolgen Einsätze bei Gemeindefesten und Schulfesten. Eine intensive Zusammenarbeit zur Vernetzung mit unterschiedlichsten Hilfeeinrichtungen wird angestrebt.

10. Bärenstark / Wuppertal: 1.500 Euro

„Bärenstark“, das sind unterschiedliche Angebote, die die Erkrankung Sucht als ein Familienphänomen begreifen und daher den Anspruch haben, sowohl Eltern als auch Kinder und Jugendliche zu stärken. Neben den Angeboten für Familien mit parallel stattfindender Eltern- und Kindergruppe und dem Treff für alle Jugendlichen ab 14 Jahren, werden in den Schulferien Projekttage für alle Kinder ab 6 Jahren angeboten. Ebenso wird es Präventionsangebote an und für Wuppertaler Schulen geben. 

11. Elternselbsthilfe Dillingen e.V.: 1.500 Euro

2006 wurde ein Gesprächskreis von 4 Müttern „kiffender Kinder“ gegründet. Kurze Zeit später erfolgte dann die Gründung eines Vereins. Seit 2007 ist der Verein als gemeinnützig anerkannt. Ziel des Vereins ist die Schulung ehrenamtlicher Mitglieder, die Beschaffung von Ausbildungsstellen für ehemals süchtige Betroffene und die individuelle Begleitung für junge, süchtige Betroffene als Rückführung in das normale Leben. Mit der beantragten Förderung soll ein regelmäßiges Gruppenangebot für ausstiegswillige, suchtkranke Jugendliche und ausgestiegene Jugendliche bereitet werden, die gemeinsam Lösungsansätze erarbeiten, wie der Ausstieg aus der Sucht geschafft werden kann. Es sollen auch Präventionsmaßnahmen für die „Szene“ mit Hilfe einer Suchtkrankenhelferin erarbeitet werden. 

12. Kunst gegen Sucht e.V.: 1.500 Euro

Kunst gegen Sucht e.V. ist ein gemeinnütziger Verein zur Unterstützung von Suchtprävention und Hilfsprojekten für Kinder und Jugendliche aus Suchtfamilien. In diesem Projekt geht es um Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen durch mehrere Aufführungen des Theaterstückes „Mama geht es heute nicht so gut“. Im Anschluss an die Aufführung gibt es kurz- und langfristige Unterstützung durch Kinderpsychologen und Selbsthilfegruppen.  

13. Teen Challenge Berlin e.V.: 1.000 Euro

Die Kontakt- und Beratungsstelle in Reinickendorf für drogen- und alkoholkranke Menschen möchte für Kinder von Suchtkranken einen Anlaufpunkt schaffen in Form einer offenen erlebnispädagogischen Gruppenarbeit. Die Kinder-Mut-Mach-Gruppe ist für Kinder von 6 bis 12 Jahren gedacht, die die Kinder dabei unterstützen soll, sich mit Belastungen und Herausforderungen ihres Lebens und ihrer Umwelt auseinanderzusetzen. Durch freizeitpädagogische Maßnahmen sollen die thematischen Schwerpunkte kreativ erlebt und vertieft werden. So soll durch verschiedene Bastelaktivitäten, Geländespiele, Theaterprojekte und Rollenspiele das Gelernte in der Praxis erlebt und gefestigt werden. Dieses Angebot wird in einer Grundschule für Kinder dieser Schule und im Vereinshaus von Teenchallenge angeboten.  

14. Jumpers (EC-Verband): 500 Euro

Der Verein Jumpers wurde vom EC-Verband gegründet, um der zunehmenden Armut und der daraus oft resultierenden Perspektivlosigkeit und Resignation entgegenzutreten. Die Vision des Vereins besteht in einer Welt, in der Kinder und Jugendliche in ihrem Wert geachtet und in ihrem Potenzial gefördert werden. Eine Welt, in der Kinder die Liebe Gottes spüren dürfen, in der geheilte Beziehungen und neue Lebensperspektiven eröffnet werden. Das Ferienprogramm Helleböhn beinhaltet u.a. ein Tanzprojekt in dem sozialen Brennpunkt Kassel-Helleböhn. In Zusammenarbeit mit einem Team aus Südafrika lernen Kinder zwischen 6 und 12 Jahren nicht nur Tanzschritte, sondern auch Schritte ins Leben. Durch den Workshop mit anschließendem Auftritt und durch weitere kreative Angebote werden Selbstwert und Gabenentfaltung bei den Kindern gefördert. Sie werden somit gestärkt für ein suchtmittelfreies Leben.