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Pressemitteilung

21. April 2013 - Wuppertal

Vorbeugen und Nachwirken

Das Kuratorium der Stiftung Deutsche KinderSuchthilfe hat auf seiner Sitzung am 28.02.2013 beschlossen, folgende Projekte und Arbeiten im Jahr 2013 mit insgesamt 41.300 Euro zu fördern:

 

1. Streetworkprojekt Zwickau: 4.000 €

Die Arbeit geschieht in fünf Stadtteilen und richtet sich an Jugendliche, deren Lebensraum sich durch soziale und pädagogische Arbeit verbessern lässt, die aber von bestehenden Einrichtungen der Jugend- und Sozialarbeit nur ungenügend erreicht werden. Die Straßensozialarbeit wendet sich insbesondere an aggressive und verhaltensauffällige, suchtgefährdete oder straffällig gewordene junge Menschen. Das Projekt kooperiert mit den unmittelbar vorhandenen Jugendhilfeeinrichtungen und arbeitet z.B. an der Weiterentwicklung von Schulen, um deren Personal zu qualifizieren.

 

2. Jugendbegegnungsstätte Lößnitz: 4.000 €

Kinder und Heranwachsende erhalten in der offenen Jugendarbeit Anstöße, damit sie etwas mit sich anzufangen wissen. Fitnesstraining, Tischtennis, Fußball in der Sporthalle oder ausgefallene Aktivitäten wie Geocaching oder Crossbike-Parcours vertreiben die Null-Bock-Stimmung und beugen der Langeweile vor. Mit dem integrierten Streetworkprojekt werden auch Jugendliche erreicht, die (noch) keinen Bezug zur „Oase“ haben, seit 2009 mit einem kleinen Schülercafé und „Mobile Jugendarbeit in der Schule“ inzwischen auch regelmäßig an der örtlichen Mittelschule.

 

3. Streetworkprojekt Lößnitz: 4.000 €

In Kooperation mit der Jugendbegegnungsstätte Lößnitz. Konzeptionell identisch mit dem Streetworkprojekt Zwickau (siehe 1.)

 

4. Streetworkprojekt Zwönitz: 3.000 €

Die Straßensozialarbeit richtet sich insbesondere an Jugendliche und Junge Erwachsene, deren überwiegender Lebensraum die Straße ist. Sie richtet sich somit an verhaltensauffällige oder aggressive, suchtgefährdete oder straffällig gewordene junge Menschen. Das Kontaktbüro hat sich sowohl zur Anlaufstelle entwickelt, dient aber ebenfalls als Rückzugsort für Beratungen. Die offene Arbeitsstruktur des Projektes ermöglicht schnell, flexibel und unbürokratisch dem Einzelnen zu helfen.

 

5. Kinder- und Jugendvilla Xtra Dry: 4.000 €

Das Xtra Dry betreibt suchtpräventive und integrative Kinder- und Jugendarbeit und bietet neben einem Café, indem Jugendliche ermutigt werden, ihre Freizeit ohne Alkohol- und Drogenkonsum zu gestalten, weitere Angebote wie z.B. Kinderstunde, Hausaufgabenhilfe, Projektwochen und Elternfrühstück incl. Vorträgen zu Suchtprävention und Erziehungsfragen an. Die Ziele der Arbeit liegen in der Stärkung des Selbstwertgefühls durch sinnvolle Freizeitangebote, in der Vermittlung sozialer Kompetenzen und christlicher Werte, der Hilfestellung zur Gestaltung eines zielorientierten, sucht- und gewaltfreien Lebens und in der Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Suchtproblematik unter Kindern und Jugendlichen.

 

6. blu:prevent der Villa Xtra Dry: 4.000 €

Die Mitarbeiter haben ein spannendes, lehrreiches und nachhaltiges Schulprogramm zur Alkohol- und Drogenprävention entwickelt, welches seit 2004 bundesweit an Schulen erfolgreich durchgeführt wird. In Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen für Alkoholkranke und deren Angehörige vermitteln die Mitarbeiter in jeweils drei bis vier Schulstunden den Schülern die Gefahren die durch Alkohol- und Drogenkonsum entstehen. Durch (Internet-) Seelsorge gibt es nachhaltige Kontakte.

 

7. PR-Projekt mit Cacau: 5.000 €

Die Agentur NESS & Network UG fördert die öffentliche Wahrnehmung von Kindern aus suchtbetroffenen Familien durch den von ihr betreuten Fußballprofi Cacau. Dies geschieht u.a. durch Kommunikation auf Autogrammkarten, Aufsteller und Infowänden, in Interviews und auf der Website von Cacau. Cacau weist auf seinen Veranstaltungen auf die Situation und Hilfsmöglichkeiten hin, bittet um Unterstützung und verteilt Informationsmaterial. Ebenso versucht die Agentur „das Thema“ permanent in den öffentlichen Medien zu platzieren.

 

8. Jugendsommerfreizeit des Blauen Kreuzes: 1.000 €

Die Jugendfreizeit dient Jugendlichen zur Erholung und Entspannung, zur Selbstverwirklichung und der Entwicklung ihrer Persönlichkeit. Die Jugendlichen können erfahren, dass sie Alkohol weder zur Konfliktbewältigung benötigen, noch zur Ich-Stärkung und Selbstdarstellung. Außerhalb ihres gewohnten Umfeldes werden die Jugendlichen in ihrer sozialen Kompetenzen gestärkt, wird ihnen durch den Kontakt mit den anderen Teilnehmenden Toleranz, Respekt und Selbstwert vermittelt und im Miteinander Verantwortungsbewusstsein und Kommunikationsverhalten trainiert. Dazu werden bewusst erlebnispädagogische Einheiten sowie thematische Einheiten zu Glaube, Freundschaft und Lebensbewältigung durchgeführt.

 

9. Pfingstjugendfreizeit 2013 des Blaukreuz-Jugendwerks: 500 €

Zielgruppen der Freizeit sind Jugendliche aus Blaukreuz-Jugendgruppen, den Blaukreuz-Jugendeinrichtungen, angehörige von Suchtmittelabhängigen und Schülern, die über Präventionsprojekte Kontakt zum Blauen Kreuz haben. Schwerpunkte der Freizeit sind Kontaktpflege, Austausch zwischen den Jugendlichen und Impulsgebung für die persönliche Lebensgestaltung und –entwicklung.

 

10. Familie im Blick / Coburg: 3.000 €

Aufgrund der Heterogenität der Auswirkungen einer elterlichen Suchtproblematik und der möglichen Reaktionen der betroffenen Kinder müssen auch die Hilfsangebote dementsprechend möglichst vielfältig und breitgefächert sein. So gibt es individuelle Angebote wie Hausaufgabenbetreuung und Förderung motorischer Fähigkeiten, eine wöchentliche Kindergruppe und eine Jugendgruppe.  Ebenso gibt es bedarfsgerechte Angebote für Eltern, wie Elternberatung und Familiennachmittage. Des Weiteren werden Präventionsseminare für verschiedene Schulklassen und Kindergärten durchgeführt, ebenso Schulungen von Erziehern und Lehrern. Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Cocktailbar „Wunderbar“, ein Projekt von Jugendlichen für Jugendliche.

 

11. Projekt Drachenherz / Marburg: 3.000 €

"Drachenherz" ist ein Beratungsangebot, für Kinder und Jugendliche, deren Eltern an einer Alkoholerkrankung leiden. Unterstützt werden Kinder und Jugendliche von 5 bis etwa 18 Jahren durch Einzel- und Gruppenangebote sowie durch Online-Beratung. Daneben gibt es ein Beratungsangebot an interessierten Schulen, Öffentlichkeitsarbeit durch Schuleinsätze, Fortbildungen und Seminarangebote. Die Multiplikatorenarbeit rundet das Angebot ab. Sie umfasst die Weiterbildung von interessierten Fachkollegen/innen (z.B. Lehrer, Kinderärzte, Erzieher) hinsichtlich einem verbesserten Einfühlungsvermögen für und einem speziellen Fachwissen über die Lebens- und Entwicklungsbedingungen der Kinder/Jugendlichen aus suchtbelasteten Familien.

 

12. Psychodrama / Diakonisches Werk Altenkirchen: 3.000 €

Das Projekt soll ein Angebot für Kinder zwischen 8 bis 11 Jahren aus suchtbelasteten Familien etablieren, dass Resilienzförderung zum Ziel hat. Das Psychodrama ist eine handlungsorientierte Methode, in der durch ein szenisches Spiel sowohl sachliche Informationen als auch Problemlösungen für soziale und emotionale Konflikte dargestellt und bearbeitet werden können. Den Spielenden sollen dabei neue Einsichten und die Entwicklung persönlicher Fähigkeiten ermöglicht werden, um eigene Ressourcen zu erkennen und Lösungen zu finden. Ziel des Projekts ist es, eine Psychodrama-Gruppe für Kinder in Altenkirchen zu installieren. Die Gruppe wird Mitarbeitenden der Fachstelle Suchtprävention geleitet und von Honorarkräften bei Bedarf unterstützt. 

 

13. „Damit niemand abstürzt“: 1.000 €

„Damit niemand abstürzt" ist ein Projekt des AGJ-Fachverbandes für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg e.V.. Das Angebot richtet sich an Jugendliche der 7. Klasse, deren Eltern und Lehrer. Über die interaktive Auseinandersetzung mit den Wirkungen und Risiken von Nikotin, Alkohol und Cannabis sollen die Jugendlichen in ihrer Lebenskompetenz und Persönlichkeitsentwicklung gestärkt und zu einer Auseinandersetzung mit den Risiken vom Suchtmittelgebrauch beim Heranreifen angeregt werden. Das Projekt soll in zehn Klassen durchgeführt werden.

 

14. Kinderferienfreizeit der Suchtberatung Caritas / Mannheim: 800 €

Das Projekt „Kisiko – Kinder sind kompetent“ ist ein Unterstützungsangebot für Kinder suchtkranker Eltern. Diese Kinder sind stark belastet. In diesem Projekt lernen sie ihre schwierige Lebenssituation zu bewältigen. Die Kinder werden unterstützt durch die Stärkung ihres Selbstwertgefühls und die Förderung ihrer Fähigkeiten sich selbst zu schützen. Durch die Freizeit soll den Kindern die Möglichkeit geboten werden, sich von zu Hause zu lösen, um ganz Kind sein zu dürfen. Dabei werden sie begleitet und betreut und lernen im traditionell christlichen Sinne einen mitmenschlichen, wertschätzenden Umgang.

 

15. Projekt „mamamia“ – Seelentröster Tier / Wendepunkt e.V.: 1.000 €

„mamamia“ ist ein Projekt der Suchtprävention zur Förderung von Kindern und Jugendlichen im ländlichen Raum des Saale-Holzland-Kreises in Thüringen. Die Angebote des Projektes erstrecken sich auf Einzel- und Gruppenarbeit mit Kindern und Jugendlichen, aber auch in der Zusammenarbeit mit den Eltern, damit sie einen Blick für die Bedürfnisse ihrer Kinder entwickeln und sich der Auswirkungen des Suchtmittelkonsums auf ihre Kinder bewusst werden. Die tiergestützte Arbeit mit Hunden und Pferden soll in das Projekt integriert werden, da es traumatisierten, sozial benachteiligten und seelisch kranken Kindern oft leichter fällt aufgrund ihrer negativen Erfahrungen mit einem abhängigen Elternteil, positive Beziehungen zu Tieren aufzubauen. Die Kinder erlernen den sensiblen Umgang mit den Tieren, überwinden Ängste und entwickeln Mut. Der regelmäßige Kontakt fördert sozio-emotionale Kompetenzen, wie Empathie, Bindung und Selbstwertgefühl. Zwei Gruppen mit jeweils fünf Kindern werden einmal wöchentlich mit Fachkräften ca. 2 bis 3 Stunden tiergestützte Pädagogik erfahren. 

Gesamtfördersumme 41.300 €