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Auswirkungen

Das elterliche Suchtverhalten belastet immer alle beteiligten Familienmitglieder. Die Kinder spielen zwangläufig in dem Familiendrama mit und übernehmen ihre eigene Rolle: die Verantwortungsbewusste, der Rebell, das stille Kind – jedes Kind hat seine eigene Art auf die Erlebnisse in der Familie zu reagieren.

Lisa ist fleißig. Nach der Schule räumt sie die Küche auf, entsorgt die leeren Flaschen, leert die Aschenbecher und lüftet die Wohnung. Dann bereitet sie das Abendbrot für ihre beiden jüngeren Brüder vor. Lisa ist zwölf Jahre alt. Ihre Mutter ist alkoholkrank. 

Dennis hat Probleme in der Schule, oft ist er in Schlägereien auf dem Schulhof verwickelt. Mit seinen Freunden zieht er nachmittags um die Häuser, sie beschmieren Häuserfassaden oder lassen ein paar Flaschen im Supermarkt mitgehen. Seine Eltern bringen ihm selbst nach diesem auffälligen Verhalten wenig Beachtung entgegen. Sie sind mit ihren eigenen Problemen beschäftigt.

Anna verkriecht sich am liebsten in ihr Zimmer. Dann liegt sie auf ihrem Bett, liest, träumt vor sich hin oder schaltet den Fernseher an. Vor den Streitereien und dem Knallen der Türen kann sie sich dadurch allerdings nicht abschotten. Die Mutter weint oft und erzählt schluchzend, was der Papa wieder gemacht hat. Anna hört still schweigend zu.

Fotos: photocase.com